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„Mit Leidenschaft dabei sein“ – 10 Jahre franchise-net


Detlef Kutta, Geschäftsführer des Bochumer Gründerportals, steht Rede und Antwort über das franchise-net und die Gründerszene vor 10 Jahren und heute. Eine wichtige Rolle spielen dabei Wahrscheinlichkeitsfaktoren und Global Player, Internationalisierung und unternehmerisches Denken, Kooperationen, Bürgerpflichten und – das Geheimnis einer guten Ehe.



Frage:
Welche Rolle spielt das franchise-net heute in der Deutschen Gründer- und Franchiseszene?

Detlef Kutta: Vor zehn Jahren war da, wo das franchise-net heute steht, eine Informationslücke. Das Thema Existenzgründung hatte bei weitem nicht die Bedeutung, die es heute hat, und das Thema Franchising ebenso wenig. Welches Potenzial das Franchisemodell in sich birgt, war allerdings schon vor zehn Jahren ersichtlich, wenn man sich eingehender mit dieser Wirtschaftsform beschäftigt hat. 1996, im Geburtsjahr des Portals, war das Ziel,
eine umfangreiche Informationsplattform für Gründer zu schaffen – und zwar zum Nulltarif.
Heute ist das franchise-net mehr als das: Es hat sich zu einer riesigen Kontaktbörse entwickelt.
Wir bieten unseren Besuchern einen großen Markt an Geschäfts- und Franchiseideen
und sehen uns als Vermittler zwischen Idee und interessiertem Gründer. franchise-net ist in
Deutschland nicht nur Marktführer, sondern mittlerweile auch international tätig. In neun
europäischen Ländern erhält der Gründer beim franchise-net alles, was er benötigt – nach wie
vor kostenlos.

Frage: Seit wann sind Sie Geschäftsführer und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Detlef Kutta: Aufgrund des großen Erfolgs haben wir im 2001 eine GmbH gegründet,deren
Geschäftsführer ich bin. Ein vollständiger Relaunch hat das Portal in vielen Bereichen nach
vorne gebracht und den Service für die User verbessert. Zum Beispiel haben wir Tools geschaffen, um die Kontaktaufnahme von Anbietern und Suchenden zu erleichtern. Oder wir
haben den Call back Modus installiert; hier bezeugt der Gründer online sein Interesse an
einem persönlichen Gespräch und wird dann umgehend vom Franchisegeber angerufen.

Die Zahl der Interessenten ist nach dem Relaunch drastisch angestiegen. Im September
2001 habe ich Katharina Meschkat zur Unterstützung mit ins Boot geholt, die inzwischen
Vertrieb und Marketing selbstständig leitet.

Frage: Was hat sich in der Franchisebranche in den letzten Jahren verändert, wie hat das franchise- net dem Rechnung getragen?

Detlef Kutta: Der Franchise-Markt ist enorm angewachsen, viele neue Geschäfts- und Franchiseideen sind hinzugekommen. 1996 gab es rund 24.000 Franchisenehmer in Deutschland.
Mittlerweile hat sich die Anzahl mit 45.000 Franchisepartnern fast verdoppelt. Zwischen
mehr als 900 verschiedenen Franchisegebern kann man hierzulande wählen. Vor allem aus
dem europäischen Ausland und den USA sind in den letzten Jahren viele Systeme auf den
deutschen Markt gekommen, die meisten im Fitnessbereich und in der Systemgastronomie.
Mehr Unterstützung für Existenzgründer und Unternehmer ist mittlerweile zu einer wichtigen
politischen Forderung geworden. Vor dem derzeitigen wirtschaftlichen Hintergrund
in Deutschland ist Selbstständigkeit mehr denn je eine echte Alternative für jeden Arbeitnehmer
geworden. Das Franchising spielt in Detlef Kutta, Geschäftsführer des Bochumer Gründerportals, steht Rede und Antwort über das franchise-net und die Gründerszene vor 10 Jahren und heute. Eine wichtige Rolle spielen dabei Wahrscheinlichkeitsfaktoren und Global Player, internationalisierung und unternehmerisches Denken, Kooperationen, Bürgerpflichten und – das Geheimnis einer guten Ehe. diesem Zusammenhang eine immer wichtigere Rolle – als Wahrscheinlichkeitsfaktor für den Erfolg. Denn nur zwischen ein und fünf Prozent
der Franchisenehmer muss mit einer Pleite rechnen; Gründer, die einem Franchise-Netzwerk
angehören, gehen damit ein wesentlich geringeres Risiko ein als Einzelkämpfer.

Entsprechend der wachsenden Nachfrage haben wir neue Instrumente entwickelt. Seit fünf
Jahren geben wir jährlich das Infomagazin „Gründung & Franchising“ heraus sowie die
Gründer CD-Rom mit einer ausführlichen Datenbank deutscher Franchise-Systeme. Mit diesen
kostenlosen Angeboten können sich Gründer einen noch besseren Überblick im Franchisedschungel verschaffen.

In den letzten zehn Jahren haben wir immer mehr Kooperationen quer durch die Institutionen
geschlossen – entsprechend der Franchiseidee vernetzt sich auch das franchise-net mit
nationalen und internationalen Partnern, darunter dem Deutschen Franchise-Verband, der
KfW Bankengruppe oder dem Deutschen Franchise Institut.

Frage: Auf welches Ereignis blicken Sie mit besonderem Stolz oder besonderer Freude zurück?

Detlef Kutta: Die Internationalisierung 2004 war sicher ein Meilenstein für das franchise-net:
Fast zeitgleich kamen unser italienischer und unser französischer Partner auf uns zu und
boten ihre Partnerschaft an. Deren Wunsch, das franchise-net auch in diesen Ländern zu installieren, war eine große Bestätigung für uns. Mittlerweilesind die franchise-net-Portale Österreich, Portugal, Griechenland, Spanien, Polen, Tschechien und Russland hinzugekommen.

Frage:Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft des Franchisings in Europa aus?

Detlef Kutta: Aus den ausländischen Märkten drängen immer mehr Global Player auf den
Franchisemarkt. Gleichzeitig expandieren europäische Unternehmen mit Filial- und Franchisesystemen außerhalb ihrer Herkunftsländer. Vor allem Asien und Osteuropa stehen hoch im Kurs. Ohne weltweite Präsenz werden Unternehmen künftig kaum noch dienstbar sein.
Das Franchisemodell ist wie geschaffen, um auf internationalem Parkett vertreten zu sein. Franchise-Systeme haben von ihrer Struktur her naturgemäß eine bessere Chance, bei der
internationalen Expansion einen guten Start hinzulegen.Hinzu kommt:Franchise-Partner erwirtschaften im Durchschnitt 25 Prozent mehr Um- satz als reine Filialbetriebe; das unternehmerische Engagement ist traditionell einfach höher als das von „bloßen“ Angestellten.

Frage: Wo soll franchise-net international in 5 Jahren stehen?

Detlef Kutta: In fünf Jahren wollen wir weltweit vertreten sein,in den kommenden Jahren wollen
wir unsere ersten Dependancen in den expansivsten Ländern wie China, USA oder Indien gestartet haben. Das Tempo der Entwicklung wird auch sehr stark geprägt durch die wachsende
Bedeutung des Internet, die rasante technische Entwicklung und die fortschreitende Globalisierung der Märkte. Auf jeden Fall wird das franchise-net auch weiterhin immer an erster Stelle stehen,wenn es gilt Bedürfnisse des Marktes zu erfüllen.

Frage: Was raten Sie nach zehn Jahren Franchiseerfahrung den Gründern heute?

Detlef Kutta: Ach, heute wie damals gilt: Information ist wichtigste Bürgerpflicht. Bei einer
Franchisepartnerschaft ist es wie in einer gute Ehe – sorgfältiger Umgang miteinander, gegenseitiges Vertrauen und konstante Aufmerksamkeit sind die wichtigsten Eckpfeiler. Und man
sollte sich und den Partner vorher eingehend prüfen:Wenn zwei Falsche sich zusammentun,
führt dies irgendwann zur Scheidung – und die tut beiden weh.

Daher auch mein „Geheim-Tipp“: Mit Leidenschaft dabei sein, schließlich soll das eigene Unternehmen nicht nur was einbringen, sondern auch Spaß machen.

Quelle: franchise-net Infomagazin "Gründung & Franchising" ; Ausgabe 2006